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Eindruecke von Kyokutenzan zum Jungyo in der Mongolei

 

Wie sind Deine ganz persoenlichen Eindruecke vom Jungyo in der Mongolei?

Ohne viele Worte - einfach nur wunderbar. Fuer ein Land wie die Mongolei mit recht schwierigen Ausgangsbedingungen war das ein Erfolg, man hat sein Bestes gegeben.

Wie war die Aufnahme in der Bevoelkerung, wie sah das Beiprogramm aus, welche Schwierigkeiten galt es zu ueberwinden und welche Aufgaben hattest Du?

Ich wusste schon, dass die Mongolen Sumo verrueckt sind, aber nicht, wie sehr. Die Zuschauer, die aus an der Haltestelle neben dem Zirkus ausstiegen schrien und klatschen bereits  Kaio! Kaio!  Oder  Takamisakari!  Sie haben den Rikishi einen sehr warmen Empfang bereitet, insbesondere den Japanern. Es gab auch grosses Bedauern, dass der eine oder andere nicht mitkommen konnte. Ich wurde viel gefragt, wo ist Kotomitsuki oder die Russen? Es gab weniger Karten als Besucher und wie so oft gab es sofort einen Schwarzmarkt fuer die Tickets, die mitunter 350 Dollar das Stueck erzielten.

Es gab den Empfang des Praesidenten, den des Premierministers, die Abschlussfeierlichkeiten hat die japanische Botschaft ausgerichtet und Hakuho hat auch einen Empfang gegeben.

Meine Aufgabe war es im Hintergrund mit zu koordinieren. Es gab Gaeste aus Japan, die betreut werden mussten wie Hosoki Kazuko (eine japanische Wahrsagerin) oder ein Fernsehteam, was zu Dreharbeiten da war. Da gibt es genug zu organisieren, dolmetschen und auszuhelfen.

Schwierigkeiten in dem Sinne habe ich keine bemerkt, das Wetter war ungemuetlich, es war den Rikishi zu kalt. Dann gab es natuerlich Beschwerden von einigen Herren, die sich fuer wichtig genug hielten, dass Sie meinten, sie muessten geladen werden, was sie nicht waren und fuehlten sich uebergangen. Ansonsten muss ich sagen, das Team in der Mongolei hat wirklich gute Arbeit geleistet, Sie haben meinen Respekt. 

Man konnte lesen, dass es Versuche in der Mongolei von einigen Kreisen gegeben hat das Jungyo nicht zustande kommen zu lassen, kannst Du uns etwas darueber sagen?

Einige Kreise? Das halte ich fuer uebertrieben. Das war der Versuch eines einzelnen Herren. Zum Glueck war das nur eine private Rangelei und hat der Jungyo nicht wirklich im Weg stehen koennen. 

Was fuer eine Bedeutung hatte das Jungyo fuer die mongolischen Rikishi, waren sie stolz ihr Koennen in ihrem Heimatland zeigen zu koennen, wie war es fuer die jungen, bzw. die Rikishi, die noch nicht in die Sekitoriraenge aufgestiegen sind und wenig Chancen haben nach Hause zu fliegen?

Genau so war es. Besonders fuer die Rikishi der unteren Raenge war es schoen nach Hause zu kommen. Es gibt einige, die seit vier fuenf Jahren ihre Eltern nicht mehr gesehen haben, weil sie selbst nicht reisen und auch nicht ihre Eltern nach Japan einladen koennen. Das war die Gelegenheit, ihren Freunden und Familien zu zeigen, was Sumo ist. Und man konnte sich von den Eltern und Geschwistern fuer ein, zwei Tage wieder verwoehnen lassen. Ein besorgter Vater kam an den Eingang und meinte, sein Sohn koennte Hunger haben, er haette Essen von zu Hause mitgebracht. Die Security wollte ihn nicht durchlassen, da habe ich ihn mit in den backstage Bereich genommen und zu seinem Jungen gefuehrt, nachdem ich dem Einlass hoch und heilig versprochen hatte, ihn wieder mitzubringen. Als ich erfuhr, das er keine Karte hat, um die Vorfuehrung zu sehen, habe ich ihn entgegen meinem Versprechen in den Zuschauerraum gebracht und gesagt, er solle sich einen freien Platz suchen. Ich finde, er hat es verdient, seinen Jungen im Dohyo zu sehen.

Das war Lohn fuer all den Schweiss und die Anstrengung in all den Jahren und in diesem Moment spielte es auch gar keine Rolle, ob du Sekitori oder nicht Sekitori bist. Man war einfach nur stolz, ein Rikishi zu sein. Ich waere auch gern als Sumotori dabei gewesen. Ich war sehr ergriffen, aber es reichte mir zu wissen, dass ich als einer der ersten mongolischen Rikishi mit den Grundstein gelegt habe, dass heute diese Jungyo stattfinden konnte. Es ist ein Ereignis, das in der Geschichte bleiben wird. 

Angeblich ware Offizielle vom Kyokai nicht so zufrieden mit den Veranstaltern des Jungyo, schlechtes Wetter (an dem die Veranstalter ja nun unschuldig sind) schlechte Kooperation, zu wenig freie Zeit fuer die Rikishi. Wie hast Du das gesehen?  Diese angeblichen Schwierigkeiten sollen ein weiteres Jungyo in der nicht zu fernen Zukunft in der Mongolei verhindern. Wie siehst Du die Chancen fuer eine Wiederholung?

Ich hab nichts Derartiges von den Kyokai Offiziellen gehoert. Das schlechte Wetter hat nicht nur fuer Unmut bei den Jungs gesorgt sondern eben auch fuer die Verspaetung des Fluges. Da kann man nichts machen. Und klar fehlt dann ein ganzer Tag im Programm, also wird die Freizeit gestrichen. Diese angeblichen Schwierigkeiten werden aufgebauscht, es gab nichts dergleichen. Woher kommt das ganze Gerede eigentlich? Und es wird sicher wieder eine Jungyo in der Mongolei geben. Wir haben immer noch zwei mongolische Yokozuna und an die Dreissig weitere Mongolen, von denen ein Teil noch eine grossartige Zukunft vor sich hat. Ich mach mir keine Sorgen um die Zukunft einer weiteren Mongolei Jungyo. 

Hast Du eine Vorstellung davon, was die japanischen Rikishi aus dieser Reise mitgenommen haben, wie waren ihre Eindruecke von Land und Leuten?

Ich habe gehoert, wie einige sagten, sie haetten schon soviel von der Mongolei gehoert und nun zur grossen Freude sei man endlich da und saehe es mit eigenen Augen. Da man als Rikishi kaum Zeit hat und deshalb nie gross Urlaub machen kann, sei das doch eine wunderbare Gelegenheit gewesen. Und auch die Japaner waren ueberwaeltigt, wie Sumo verrueckt die Mongolen seien. Kaio, der sich dort groesster Beliebtheit erfreut, sagte, er moechte nach seinem Danpatsu nochmal kommen und richtig lange aufs Land verreisen.